„Exklusivauftrag“ oder „Qualifizierter Alleinauftrag“

Die oben genannten Verträge werden im Volksmund gern „Knebelverträge“ genannt und führen in der Praxis häufig dazu, dass Makler erst einmal generell negativ betrachtet werden.

 

Es ist wohl auch zutreffend, dass viele Makler unbedingt einen solchen „qualifizierten Alleinauftrag“ haben möchten, in dem sich die Verkäufer/Eigentümer der Immobilie verpflichten, auf eigene Verkaufsbemühungen zu verzichten und jeden Interessenten ausnahmslos an den Makler zu verweisen. Manche (und zwar sogar fachlich qualifizierte) Makler arbeiten ausschließlich mit solchen Verträgen. Aber das muss letztlich jeder Makler für sich entscheiden.

 

Kette

Mal abgesehen davon, dass zu einem Vertragsabschluss ja ohnehin mindestens zwei Parteien gehören, gibt es auch noch unseren Bundesgerichtshof (BGH), der bereits im Jahr 1973 (vor mehr als 40 Jahren!) ganz maßgebliche Regelungen zu diesem Thema getroffen hat. Unser oberstes Gericht, dessen Entscheidungen Gesetzeskraft haben, hat nämlich festgestellt, dass qualifizierte Makler-Alleinaufträge nur in Form eines Individualvertrages vereinbart werden können. Eine solche Vereinbarung in der Form eines Formularvertrages, sprich Vertragsvordrucks, ist nämlich unwirksam.

 

Das Urteil vom 08.05.1973 – IV ZR 158/171 – finden Sie in BGHZ 60, 377, NJW 1973, 1194 oder als pdf-Datei unter diesem KLICK.

 

Somit dürfte ein Großteil der auf Formularen oder Computerausdrucken geschlossenen Verträge entweder von vornherein unwirksam oder deren Rechtmäßigkeit zumindest höchst strittig sein.

Bei LichtWelt-Immo werden Sie niemals in die Verlegenheit kommen, mit einem derartigen Vertrag konfrontiert zu werden – den gibt es bei uns aus obigen Gründen gar nicht!

"„Exklusivauftrag“ oder „Qualifizierter Alleinauftrag“", Autor: Lutz Walter, letzte Aktualisierung der Webseite: 29. Januar 2015