Flexibilität von Hausverwaltungen

Eine Zeichnung von einem Mann, der sich die Haare rauft, vielleicht hat auch er gerade schlechte Erfahrungen mit seiner Hausverwaltung gemacht

Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Hausverwaltungen

An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, einmal aus der Praxis der Zusammenarbeit von Immobilienmaklern und Hausverwaltungen zu berichten.

Wenn es um die Vermittlung einer Eigentumswohnung geht, ist es häufig nicht zu umgehen, die Verwaltung zu kontaktieren, um bestimmte Unterlagen oder Informationen zu erhalten.

Das hat damit etwas zu tun, dass nicht unbedingt jeder Eigentümer alle zum Verkauf seiner Wohnung benötigten Unterlagen sofort parat hat. Das ist völlig normal und eigentlich recht problemlos, weil die Verwaltung die fehlenden Unterlagen ganz schnell und einfach per Mail an den Makler senden kann.

Wenn wir die Eigentümer befragen, welche Erfahrungen sie mit „ihrer“ Hausverwaltung gemacht haben, hört man meist ganz zufriedene Statements.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn zumindest einmal jährlich die vorgeschriebene ordentliche Eigentümerversammlung durchgeführt wird und  die Abrechnungen augenscheinlich in Ordnung sind.

Wie gut und flexibel eine Verwaltung wirklich ist, stellt sich meist erst dann heraus, wenn z.B. Schäden am Gemeinschaftseigentum auftreten, Angebote eingeholt, Aufträge vergeben und überwacht werden müssen.

Wie wir vor einiger Zeit erlebt haben, kann sich bereits die Einholung des gesetzlich vorgeschriebenen Energieausweises als gewaltiger Stolperstein für den Verkauf der Eigentumswohnung erweisen.

In dem Artikel über den Energieausweis habe ich dargestellt, dass jeder Eigentümer (oder Makler) den Interessenten den Ausweis spätestens beim Besichtigungstermin zwingend vorlegen muss!

Das bedeutet im Klartext – keine (erlaubte) Besichtigung ohne Energieausweis. Da besteht schon eine deutliche Abhängigkeit, wenn man seine Wohnung verkaufen möchte und noch kein Energieausweis existiert.

Den Negativ-Vogel des Jahres 2014 hat eine Hausverwaltung aus Remlingen abgeschossen, die sage und schreibe 3 Monate gebraucht hat, um einen Verbrauchsausweis zu besorgen. Und das natürlich trotz Kenntnis der kurzfristigen Verkaufsabsicht der Wohnungseigentümer (die ja auch Auftraggeber des Verwalters sind und diesen bezahlen!).

Die Konsequenzen:

3 Monate keine Besichtigungen oder nur mit der Gefahr eines drohenden Bußgeldes

3 Monate nervenaufreibende Nachfragen der Eigentümer, die natürlich auch nicht selbst planen konnten

Aufgabe der Kaufabsicht durch einen ernsthaften Kaufinteressenten, der zu Recht bemerkte, was wohl passieren würde, wenn der Verwalter mal etwas Wichtiges zu regeln hat, wenn er noch nicht einmal in der Lage ist, einen Energieausweis zeitnah vorzulegen

Von einer „Dienstleistung“ kann also keine Rede mehr sein, nur noch von einer wirklichen „Schlechtleistung“.

Das gilt insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, dass nach Einholung des Gasverbrauchs der letzten 3 Jahre von den (wenigen) Eigentümern mit Etagenheizungen ein Energieausweis online innerhalb von 24 Stunden hätte besorgt werden können.

Ich schreibe diesen Artikel, um Ihnen aufzuzeigen, welche schwerwiegenden negativen Auswirkungen ein schlechter Verwalter für Sie haben kann, auch wenn es eigentlich um ganz einfache Dinge geht.

—–

Übrigens ist uns in unserer Region ein Hausverwaltungsunternehmen bekannt, das von dem Eigentümer (oder dem bevollmächtigten Immobilienmakler) eine Gebühr für die Bereitstellung von für den Verkauf wichtigen Unterlagen verlangt. Alle anderen Verwaltungen, mit denen wir bei der Vermittlung von Eigentumswohnungen zu tun hatten, haben diese Unterlagen ganz selbstverständlich kostenlos zur Verfügung gestellt.

Auch in unserer ehemaligen Verwaltungstätigkeit war es völlig normal, Eigentümern oder Bevollmächtigen benötigte Unterlagen kostenfrei zu überlassen.

Es ist also ganz wichtig, auch bei der Auswahl eines Verwalters und beim Abschluss eines Vertrages auf das „Kleingedruckte“ zu achten. Sind mit der monatlichen Verwalterpauschale alle Kosten abgedeckt oder kommen noch Fahrt-, Kopier-, Telefonkosten und ähnliche Ansätze dazu?