foto zeigt den bundestag von aussen sowie eine hand mit geld, die es in eine leere hand gibt - als symbol fuer die verteilung der maklerkosten

Verteilung der Maklerkosten zum Jahresende 2020 / Jahresanfang 2021

Neues Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten

Vor einigen Tagen hat der Bundesrat dem Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser zugestimmt.

Dieses Gesetz soll Verbraucher beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern von hohen Nebenkosten beim Immobilienerwerb entlasten, in dem sie max. 50 % der Maklerprovision zahlen müssen.

Wichtig: dieses Gesetz findet NUR bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern Anwendung (nicht bei Mehrfamilienhäusern und Gewerbeimmobilien). Es gilt auch nur dann, wenn der Erwerber Verbraucher ist (nicht, wenn er eine Immobilie im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit erwirbt).

Bei der Beauftragung des Maklers durch den Verkäufer gilt, dass vom Käufer künftig nicht mehr die vollen Maklerkosten zu tragen sein werden, wie es auch hier in der Region teilweise üblich gewesen ist. Der beauftragende Verkäufer muss die Maklerprovision auch tragen und kann bei entsprechender Vereinbarung maximal die Hälfte vom Käufer erstattet verlangen. Der Verkäufer kann somit einen Teil der Courtage bis zu maximal 50 Prozent an den Käufer weiter geben. Allerdings muss der Verkäufer die erfolgte Provisionszahlung auch nachweisen.

Wie diese „Vereinbarung“ aussehen muss/wird, ist gegenwärtig noch recht unklar, es kann sich aber eigentlich nur um Vereinbarungen der Parteien im Vorfeld handeln, die später im Kaufvertrag verankert werden…

Zwar liest man in den Medien Aussagen wie „Zukünftig heißt es nun: halbe-halbe, Verkäufer und Käufer müssen sich die Provision teilen“, aber von „müssen“ steht auch nichts in dem Gesetz.

Weiter ist auch davon die Rede, dass „durch die Teilung sichergestellt sei, dass Makler auch dem Käufer verpflichtet bleiben und diesen kompetent beraten“. Auch das ist nach meiner Meinung vielleicht so gewollt, aber nicht unmittelbar zutreffend. Wenn der Verkäufer dem Makler einen Auftrag erteilt und auch die vereinbarte Provision vollständig an den Makler zahlt, steht der Makler vorrangig in der Pflicht des Verkäufers, seines direkten Auftraggebers.

Der Makler bekommt im Erfolgsfall die Provision vom Verkäufer, der Verkäufer hat später unter Umständen (bei Vereinbarung) einen Anspruch auf Erstattung bis zur Hälfte der Maklerkosten gegen den Käufer. Das ist doch dann eine Angelegenheit zwischen den Parteien, mit denen der Makler letztlich nichts mehr zu tun hat. Der Käufer zahlt also keine Provision direkt an den Makler, bleibt somit „provisionsfrei“.

Bei den in der Praxis eher selten vorkommenden Fällen, dass der Makler einen Vertrag mit dem Verkäufer (Vermittlungsauftrag) und dem Käufer (Suchauftrag) hat, kann er künftig nur noch eine Provision in gleicher Höhe von beiden verlangen. Arbeitet er für eine Partei unentgeltlich, so darf er auch von der anderen Partei keine Provision verlangen.

Gesetzlich vorgeschrieben ist nun auch eine Formvorschrift für den Maklervertrag. Er bedarf der Textform, muss also mindestens per Mail abgefasst sein.  Mündliche Maklerverträge oder „per Handschlag“ sind nicht mehr gültig.

Auswirkungen bei LichtWelt-Immo Immobilienvermittlung Wolfenbüttel:

  1. Wer sich über längere Zeit immer wieder einmal unsere Angebote angeschaut hat, wird festgestellt haben, dass der Anteil von Angeboten MIT einer Käuferprovision in den letzten Jahren bewusst zunehmend gesunken ist. In diesen Fällen haben die uns beauftragenden Verkäufer die Provision allein gezahlt. Künftig werden die Erwerber einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses mit einem Erstattungsverlangen der Verkäufer zu rechnen haben, sofern eine solche Vereinbarung besteht.
  • Für die Tätigkeit des Teams von LichtWelt-Immo war es bislang völlig gleichgültig, wer die Maklerkosten gezahlt hat. Unser Ziel war und ist es immer, Verkäufer und Käufer gleichermaßen zufrieden zu stellen. Letztlich sollen ja auch alle Beteiligten glücklich und zufrieden sein. Welcher Verkäufer ist schon daran interessiert, nach dem Verkauf Streitigkeiten mit einem Käufer zu führen, der sich nicht ausreichend beraten fühlt oder im Nachhinein bestehende Mängel an der Immobilie feststellt, über die vorher nicht gesprochen wurde?
  • Wie einem Artikel in der Braunschweiger Zeitung vom 08.06.2020 zu entnehmen war, habe sich lt. dem Regionalvorstand des IVD eine Netto-Maklerprovision von 6 Prozent = 7,14 Prozent brutto allgemein eingependelt.  Allerdings sieht LichtWelt-Immo keine Veranlassung, derzeit über eine Anpassung des eigenen adäquaten Provisionsmodells mit der Deckelung auf 9.996 Euro bis zu einer Million Kaufpreis nachzudenken.
  • Wir haben Vermittlungsaufträge/Maklerverträge schon immer schriftlich vereinbart.

Unser Fazit:

Bei LichtWelt-Immo ändert sich also nur, dass die Käufer einer Eigentumswohnung oder eines Einfamilienhauses über die gesetzlich ermöglichte Verteilung der Maklerkosten künftig dem Verkäufer einen Teil der Provision erstatten müssen, wenn es so vereinbart ist.

Einen Kauf ohne eine Verteilung der Maklerkosten kann es nur noch dann geben, wenn der Verkäufer seine Maklerkosten nicht an den Käufer weiter geben und allein tragen möchte.


zu den weiteren Fachartikeln und Nachrichten

foto eines miniaturhauses mit zwei schuetzenden haenden darueber - als symbol fuer die einschaetzung von baunebenkosten
Finanziell sicher ins neue Eigenheim kommen: Dabei sollte man die Baunebenkosten realistisch einschätzen. Foto: djd/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende/shutterstock

Baunebenkosten nicht unterschätzen

Ratgeber Hausbau: Seriöse Kostenkalkulation ist bei der Planung unverzichtbar

(djd). Die sogenannten Baunebenkosten werden bei der Planung eines Eigenheims häufig unterschätzt. Damit sind die Kosten gemeint, die neben dem Kaufpreis für eine Immobilie beziehungsweise für den Erwerb des Grundstücks anfallen.

„Wer diese Ausgaben nicht einkalkuliert, erlebt unter Umständen eine böse Überraschung“, warnt Florian Haas, Finanzexperte und Vorstand der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e. V.

Ob Kauf oder Bau der eigenen vier Wände: Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten werden immer fällig. Und wer einem Makler den Auftrag zur Suche einer Immobilie oder einem Grundstück erteilt, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen. Bei einem Neubau sind zudem viele weitere Nebenkosten einzukalkulieren.

Nebenkosten machen rund 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten aus

Insgesamt können die Baunebenkosten rund 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. „Diese Kosten kann man durchaus seriös in eine Finanzplanung einbeziehen“, meint Florian Haas. Man müsse es aber auch wollen – und daran hapere es bei so manchem Hausbauberater. Aus Angst, den Auftrag nicht zu bekommen, weiß Haas, würden die Berater die Kosten stattdessen oftmals schönrechnen.

Tatsächlich aber verlangen Makler je nach Region, Lage und Qualität des Grundstücks zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises als Courtage. Die Grunderwerbsteuer beträgt je nach Bundesland aktuell 3,5 bis 6,5 Prozent – und der Grunderwerb selbst unterliegt der Beurkundungspflicht bei einem Notar. Die Kosten dafür können individuell sehr unterschiedlich ausfallen.

Bei einem Neubau sind Vermessungskosten ein erheblicher Teil der Baunebenkosten. Dazu kommen unter anderem Planungskosten, Ausgaben für Prüfstatiker und Baugrundgutachten, Kosten für die Erschließung und Verlegung der Hausanschlüsse sowie für die Gestaltung der Außenanlagen.

Checkliste gibt Überblick über alle Kosten

foto einer checkliste fuer die baunebenkosten sowie mehrere finger, die einen stift halten
Mit einer Checkliste gewinnt man den systematischen Überblick über alle im Bauprozess entstehenden Kosten.
Foto: djd/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende/Shutterstock

Addiert man all diese Positionen, kommt eine stattliche Summe zusammen. Diese erhöht die reinen Baukosten aus dem Hausbauprospekt um ein gutes Stück und muss meist aus Eigenmitteln erbracht werden.

„Nur mit einer detaillierten Aufstellung über alle entstehenden Kosten bekommt man Klarheit über die Größenordnung des Gesamtprojekts und kann eine seriöse und ausreichende Finanzierung auf die Beine stellen“, rät Florian Haas.

Die Schutzgemeinschaft etwa stellt unter www.finanzierungsschutz.de eine Checkliste zur Verfügung, die einen systematischen Überblick über die einzelnen zu berücksichtigenden Punkte aller im Bauprozess entstehenden Kosten gibt. Daneben bietet die Seite weitere wertvolle Hinweise sowie Übersichten und Ratgeber rund um den Hausbau.

zu den weiteren Fachartikeln und Nachrichten